Sehr geehrte Patienten!  

Seit etwa 5 Jahren hat die früher weit verbreitete Hafer-Reis-Kur bei Diabetikern eine Wiedergeburt erlebt und ermöglicht statt noch mehr Tabletten oftmals eine deutliche Verbesserung Ihrer Blutzuckereinstellung des Diabetes und eine anhaltende Gewichtsabnahme.

Diese Empfehlung gilt ausschließlich für Typ-2-Diabetiker, auf keinen Fall für Typ-1-Diabetiker (sog. jugendliche oder Insulinmangel-Diabetiker!). Siehe auch den Haftungsausschluss am Schluss des Beitrages! 

Was steckt hinter dieser Empfehlung?

Zunächst einmal möchten wir betonen, dass die sog. „Hafer-Reis-Tage“ keine neue Erfindung und keine Neuigkeit aus der Naturheilkunde sind, sondern bereits vor der Zeit, in der es Insulin zur Behandlung gab, also vor 1921, eine von Dr. Carl von Noorden um 1910 entwickelte, erfolgreiche Methode war, übergewichtige Diabetiker, die unter einer „Insulinresistenz“ litten, zu behandeln und ein diabetisches Koma zu verhindern.

Was ist eine Insulinresistenz?

Die Mehrheit der Typ-2-Diabetiker (früher „Altersdiabetes“ genannt) leidet unter einer Insulinresistenz, d.h. unter einer Unfähigkeit, das vom eigenen Körper (oftmals im Übermaß) produzierte Insulin als Türöffner für Muskel-, Gehirn- und Leberzellen wirken zu lassen, um den im Blut kreisenden Zucker als lebenswichtigen Energieträger in die Zellen hinein zu lassen. Die Folge ist, dass viel zu viel Insulin und auch zu viel Zucker im Blut zirkulieren, ohne dass der wichtigen Energielieferant "Zucker" dort ankommt, wo er eigentlich benötigt werden: nämlich in den Muskel- und Gehirnzellen. Ursächlich ist zumeist die übermäßige Vermehrung des Bauchfetts, das diverse Hormone und andere stoffwechselaktive, aber schädliche Substanzen produziert (unter anderem sog. freie Fettsäuren, Glycerin und Lactat, Leptin, Resistin, Adiponektin, Zytokine) und die Leber zu einer überhöhten Zuckerproduktion veranlasst, obwohl ohnehin schon zu viel Zucker im Blut zirkuliert.  

Wie wirken die „Hafer-Reis-Tage“?

Nachdem die Hafertage lange Zeit in Vergessenheit geraten waren und scheinbar modernere Medikamente effektiver schienen, sind die Hafertage jetzt wieder Gegenstand der modernen Forschung. Der genaue Wirkungsmechanismus ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, eine Erklärung könnte sein, dass durch diese Ernährung nur langsam die lebenswichtigen Kohlenhydrate aus der Nahrung im Darm verdaut werden und nur langsam ins Blut übergehen, so dass sowohl die Bauchspeicheldrüse wie auch die Muskel-, Leber- und Gehirnzellen Zeit genug haben, sich an den ins Blut gelangenden Zucker anzupassen und die Zellen unter dem Einfluss von Insulin in Ruhe ihre Tore für den notwendigen Zucker öffnen können.

Wie „funktionieren“ die Hafer-Reis-Tage?

Es gibt unterschiedliche Empfehlungen für Hafertage, wobei wir zunächst 3 Hafertage hintereinander und – je nach Reaktion des Körpers –ein- bis zweimal im Monat- für einen Tag eine Wiederholung empfehlen. Hungern müssen Sie an diesen Tagen keineswegs! Eines haben alle Empfehlungen gemeinsam: Fett und größere Mengen Eiweiß in der Nahrung sind an diesen Tagen verboten!

Sie sehen: so schlimm sind diese Hafer-Reis-Tage nicht!

Schlussfolgerung und unsere Erfahrungen:

Zurzeit sind wissenschaftliche Untersuchungen im Gange, die Aufschluss geben sollen über die Häufigkeit und Nachhaltigkeit der Wirkung der o.g. Hafertage. Geschätzt ergaben sich bei uns folgende Ergebnisse/Erfolge und Misserfolge:

-     Bei ca. 20% der Patienten hat sich kein Erfolg eingestellt  

-     Bei ca. 80% Patienten konnte die Insulindosis um 30 bis 50% reduziert werden und erstmals wieder normale Blutzuckerwerte im Blutzucker-Tagesprofil erreicht werden

-     Bei nicht wenigen Patienten konnte die Insulintherapie (zumindest vorläufig) abgesetzt werden

-     Bei ebenfalls nicht wenigen Patienten konnte die Tablettenbehandlung (und deren mögliche Nebenwirkungen) reduziert werden.

-    In fast allen Fällen konnte eine angedachte stationäre Behandlung verhindert werden. 

Was wir derzeit noch nicht genau wissen:

-       Wie lange die Wirkung der oben beschriebenen Diät vorhält, d.h. wie nachhaltig sie wirkt.

-       Wie oft sie wiederholt werden muss

-       Nach welchem Zeitraum letztendlich doch eine Insulintherapie oder Steigerung der Tablettenbehandlung notwendig ist.

Was wir sicher wissen:  

Wir brauchen Ihre Mithilfe!

-         das heißt, dass alle oben beschriebenen Maßnahmen nur sinnvoll wirken können, wenn Sie sich regelmäßig im Rahmen Ihrer körperlichen und zeitlichen Möglichkeiten körperlich bewegen

-         dass Sie sich auch in der Zeit zwischen den Hafertagen diabetes-gerecht und kalorienarm ernähren und nur in Maßen Alkohol trinken

-         die „Hafer-Reis-Tage“ sind keine erlaubte und sinnvolle, im Einzelfall sogar eine gefährliche Maßnahme, wenn Ihr Blutzucker durch fieberhafte Infektionen oder durch eine notwendige Cortisontherapie entgleist ist oder wenn bei Ihnen ein Insulinmangelzustand (Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse nach jahrzehntelangem Diabetes, sog. Sekundärversagen) oder eine Sonderform des Diabetes vorliegt.

-         Bitte verordnen Sie sich auf keinen Fall  selbst –ohne Rücksprache mit uns- eine Hafer-Reis-Diät!!! 

Bewährte Rezepte:

zum herunterladen:

 

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Hafer-Reis-Tage bei Typ-2-Diabetes
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Hier ist Platz für eine Beschreibung

 

 

Alternativen/Abwechslung zum Mittagessen:

 

Porridge mit Mandeln und Zimt (für eine Person):

Zutaten:

         - 1/2 Liter Trinkwasser          - 10 gr. gehobelte Mandeln          - 66gr. kernige Haferflocken          - etwas Zimt          - etwas Süßstoff  

Zubereitung:

Wasser mit Zimt aufkochen

Haferflocken einrühren und ausquellen lassen

Mandeln unterrühren und mit wenig Süßstoff abschmecken

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Hafer-Risotto mit Schnittlauch (für eine Person):

Zutaten:

 - 8-Kräuter-Tiefkühlmischung oderfrisch oder Schnittlauch (je     nach Geschmack)  - 1/2 Liter Trinkwasser  - ca.7gr. Brühgewürz(Gemüsesuppe/Brühwürfel nach Geschmack)  - 65gr kernige Haferflocken  

Zubereitung:

Gemüsebrühe aufkochen

Haferflocken einrühren und ausquellen lassen

Kurz vor dem Anrichten frische Kräuter unterrühren.

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Eine Hafer-Reiskur ist eine Kurzzeit-Diät mit Hafer  bzw. Vollkorn- oder Basmati-Reis als Hauptbestandteil.

 

•             Dauer: 3 Tage, dann regelmäßig einzelne Hafertage zur Auffrischung.

•             Erlaubt sind drei Mahlzeiten am Tag. Haferflocken werden mit Wasser oder Brühe zu Brei gekocht. Beeren, Mandeln, Kräuter, Gewürze, Süßstoff und Zitrone sind in geringen Mengen erlaubt.

•             Verzichten sollte man auf Eiweiß und Fett (also auch kein Joghurt oder Milch), Zucker, gesüßte oder alkoholische Getränke.

•             Geeignet für: Typ-2-Diabetiker mit Insulinresistenz. Bei Insulinmangel (Typ-1-Diabetes) ist die Haferkur unter Umständen gefährlich!

•             Wichtig: Blutzucker engmaschig kontrollieren; Insulin- oder Tablettendosis unbedingt vorab mit dem Arzt besprechen.

•             Ziel: Insulinbedarf senken, Insulinresistenz durchbrechen, Regulierung erhöhter Blutzuckerwerte; Einstieg in eine Enährungsumstellung.

 

Guten Appetit und viel Erfolg!

Ihr Praxisteam Dr. Ulrich Tinnefeld

 

Wichtiger Hinweis des Autors: Die sog. "Hafer-Reis-Tage", wie oben beschrieben, sollten grundsätzlich nur nach Rücksprache mit Ihrem Diabetologen bzw. Ihrer Diabetesberaterin erfolgen. Ansonsten übernimmt der Autor keinerlei Haftung für Personen-, Sach- und sonstige Folgeschäden. Zu einem falschen Zeitpunkt oder mit einer nicht sachgerecht angepassten Tabletten- oder Insulinmedikation angewandt, kann es im Einzelfall zu schweren Unterzuckerungen mit Bewusstseinsstörungen oder Bewusstseinsverlust kommen, da oftmals der Insulinbedarf bzw. der Blutzucker kurz nach Anwendung der Hafertage stark absinkt. In diesen Fällen gefährden Sie sich selbst oder z.B. beim Autofahren oder Bedienen gefährlicher Maschinen auch andere und verlieren wegen grober Fahrlässigkeit Ihren Versicherungsschutz.

Autor: Dr. Ulrich Tinnefeld, Stand: 2018

 

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Mo bis Fr: 8.00 bis 10.30 Uhr

Mo, Di, Do: 15.00  bis 17.00 Uhr

und nach Terminvereinbarung

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Mo, Di, Do 8 bis 18 Uhr

Mi und Fr 8 bis 13 Uhr:

Dr. Ulrich Tinnefeld:

0177-2436447

 

Außerhalb der Sprechzeiten und Notfallbereitschaft:

siehe Info zum Notfalldienst

 

 

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