Kontinuerliche Glukosemessung

Beispiel einer kontinuerilichen Glukosemessung
Beispiel einer kontinuerilichen Glukosemessung

(sog. real-time-CGM)

Was unterscheidet die Blutzuckermessung mit

einem Kleingerät von einer kontinuierlichen Glukosemessung?

Bei der Ihnen bekannten Blutzuckermessung aus der Fingerbeere wird aus dem fließenden Blut eine aktueller Blutzuckerwert gemessen; es handelt sich einen punktuellen Wert, sozusagen ein Foto-Schnappschuss aus einem Film.

Bei der CGM hingegen wird ein ca. 2-EURO großer Sender für 7-14 Tage auf die Haut des Oberarmes, Bauchs oder Gesäß geklebt, auf der Rückseite befindet sich ein 5mm langer dünner Sensorfaden, der automatisch beim Aufkleben auf die Haut in das Unterhautgewebe schmerzlos eindringt und fortlaufend den Zuckerwert im Gewebe misst. Als Zuckerkurve zeigt dieses Gerät per Funk den kontinuierlichen Zuckerverlauf auf einem taschenrechnergroßen Display oder Ihrem Smartphone an, entspricht also im Gegensatz zu dem o.g. Schnappschuss einem fortlaufenden Videofilm. Als Gewebezucker zeigt der CGM-Wert ca. 5-10 min. verspätet den Blutzuckerwert an. Solange eine stabile Stoffwechsellage besteht, z.B. vor einer Mahlzeit, stimmen Blutzucker- und Gewebezucker überein, nur bei Änderungen des Blutzuckers (nach Mahlzeiten, Sport usw.) kommt es zu einer Verzögerung.

 

Es gibt sehr unterschiedliche Typen von CGM-Geräten (Firmen: Dexcom, Medtronic, Roche): manche übertragen die am Sensor gemessenen Daten nicht nur auf ein dazugehöriges Display, sondern können über eine App die Daten und Kurven auch auf ein Smartphone übertragen, so dass Sie immer nur ein Gerät mit sich tragen müssen.

Smartphone rt-CGM
Bespiel:Smartphone rt-CGM

Die seit dem Herbst 2016 zugelassenen und nach Antragstellung/Prüfung von den Krankenkassen genehmigungsfähigen Geräte (Kosten je nach Gerät für 1 Jahr: bis zu ca. 5000 EUR) müssen nach vorheriger Schulung und nach individuell eingestellten Werten rechtzeitig vor einer drohenden Unter- oder Überzuckerung akustisch und Vibration den Patienten warnen, so dass auch bei einer Unterzuckerung im Schlaf oder einer Autofahrt der betroffene Patient sofort auf die drohende Unterzuckerung reagieren kann.

Einige Apps ermöglichen sogar die Warnmeldung an eine weitere Bezugsperson mit einem Smartphone, die dann sofort helfend per Satellitenortung eingreifen kann, wenn sich der betroffene Diabetiker nicht in einem festgelegtem Zeitraum mit einem "alles ok." meldet.

Zudem sehen die Betroffenen unmittelbar, welche Auswirkungen ihr Tun hat (Auswirkung und Wirkdauer der berechneten Insulindosis, Auswirkung körperlicher Betätigung und verschiedener Mahlzeiten), so dass die meisten Diabetiker mit diesem Gerät lernen, Ihre Blutzuckereinstellung fortlaufend zu verbessern.

 

Zahlreiche Krankenkassen erstatten auch die kostengünstigere Variante: die sogenannten Flash-Glukose-Messung (FGM):

das ABBOTT FreeStyle libre(R), das nahezu alles kann, wie die oben beschriebenen Geräte, aber die gemessenen Blutzuckerdaten nicht kontinuierlich per Funk auf ein Anzeigegerät überträgt und damit auch nicht z.B. nachts im Schlaf vor Unterzuckerungen warnt. Bei diesem Gerät müssen Sie auch nachts, um den aktuellen und die zurückliegenden Gewebezuckerwerte zu erhalten, einmal mit dem Messgerät am Sensor entlangstreichen. Andererseits ist dieses Gerät auch ein konventionelles Blutzuckermessgerät, so dass Sie nicht noch ein zweites Messgerät mit sich herumtragen müssen. Auch können die gespeicherten Daten mit Hilfe einer kostenlosen Software übersichtlich am Computer dargestellt werden.

Die FGM-Gerät wird von vielen Krankenkassen problemlos genehmigt, sofern bei Ihnen ein Typ-1-Diabetes vorliegt oder ein Typ-2-Diabetes mit einer intensivierten oder Insulinpumpentherapie und/oder häufiger Unterzuckerungen auftreten.

 

Zur Zeit wird unter Verkehrsmedizinern und -Juristen diskutiert, ob nicht zukünftig z.B. Busfahrer oder Gefahrgut-Fahrer mit einem Diabetes mit diesen Geräten pflichtversorgt werden müssen.


Wichtige Info: Der Praxisinhaber hat nach über 6-jähriger Pionierarbeit und Ausbildung die Zertifikate für sämtliche Dexcom-rt-CGM-Devices (außer Dexcom 6), für alle Medtronic-rt-CGM-Devices inkl. der sensor-unterstützten Pumpentherapie und für alle Roche-Devices (außer Roche Eversense) und kann diese Geräte auch auslesen und programmieren und Beratungen hierzu durchführen. Eine Neuanlage ist aber aufgrund der personellen und zeitlichen Bedingungen in unserer Praxis derzeit nicht möglich.

 

Autor: Dr. med. Ulrich Tinnefeld * Hinweis: Diese Information ersetzt in keiner Weise eine persönliche ärztliche Beratung und Untersuchung. Insofern können Haftungsansprüche aus dieser Information nicht abgeleitet werden. 

 

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